KassensystemeKassensysteme und Kassenkomponenten: Die Kasse (in Österreich auch Kassa) ist die Zahlungsstelle und dient der Abwicklung von Zahlungsvorgängen mit Bargeld, Schecks, Geldkarten und Kreditkarten. Im Einzelnen wird Bargeld entgegengenommen, geprüft, das Rückgeld oder ggf. auch Pfandgeld herausgegeben und bis zur Abrechnung sicher aufbewahrt. Schecks werden geprüft und bis zur Abrechnung abgelegt. Geld- und Kreditkarten werden automatisch eingelesen, die Identität des Inhabers sowie dessen Unterschrift geprüft. Nach Abschluss des Zahlungsvorgangs erhält der Kunde eine ausgedruckte Quittung auf der der Steueranteil ausgewiesen ist. Besondere Arten von Kassen sind unter anderem die kassiererlose SB-Kasse (Selbstbedienungs-kasse), bei welcher der Einkäufer die Waren selbst einscannen muss und am Automaten bezahlt, wie auch die Schnellkasse, eine reservierte Kasse für Einkäufer mit einer geringen Anzahl von Warenartikeln. Im Sprachgebrauch werden auch Zahlstellen (z.B. im Finanzamt) oder eine Krankenkasse bisweilen verkürzt Kasse genannt. Nicht als Kasse bezeichnet werden hingegen Banken. Es gibt im Mittelalter oder der Frühen Neuzeit ein sogenanntes Kassengewölbe, wo hohe Geldbeträge gesichert wurden. Eine Registrierkasse ist eine Kasse, die vor allem im Einzelhandel eingesetzt wird. Sie erlaubt die Berechnung und Speicherung von Verkaufstransaktionen und enthält eine Bargeldschublade. Gewöhnlich wird auch ein Beleg für den Kunden gedruckt. Die Registrierkasse wurde 1879 von dem Lokalbesitzer James Ritty in Dayton, Ohio, USA erfunden, um den Diebstahl durch sein Personal zu verringern. Der Kern der Erfindung war die Bargeldschublade, die sich nur zum festgelegten Zeitpunkt mit dem für die Registrierkasse typisch gewordenen Klingelgeräusch öffnete. Ritty erhielt 1883 zusammen mit John Birch das Patent darauf. Seine neu gegründete Firma zur Herstellung von Registrierkassen wurde 1884 von John H. Patterson gekauft, der sie in National Cash Register Company (heute: NCR Corporation) umbenannte. Die NCR wurde sehr rasch in den USA zum Marktführer und vertrieb das Erfolgsprodukt Registrierkasse bald auch weltweit. Heutige Registrierkassen bestehen meist aus PCs mit spezieller Hardwareperipherie und spezieller POS-Software (POS=Point of Sale), die mit einem Warenwirtschaftssystem zur Buchhaltung, Kontrolle der Lagerhaltung und zur Nachbestellung der verkauften Ware verbunden ist. Zu den angeschlossenen Geräten gehören Barcode-Scanner, elektronische Waagen, Kredit- und Debitkarten-Lesegeräte. Die neueste Entwicklung sind Kassen, an denen der Kunde den Kassiervorgang ohne die Hilfe eines Kassierers selbst abwickeln kann. Damit sollen Supermärkte Personal einsparen können. Die heutigen Haupthersteller von Registrierkassen/POS-Terminals sind NCR, IBM und Wincor Nixdorf. Als Zahlungsverkehr werden alle Geldbewegungen bezeichnet. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen dem beleghaften und dem nicht-beleghaften Zahlungsverkehr. Der bargeldlose Zahlungsverkehr erfolgt üblicherweise über Kreditinstitute und betrifft Zahlungen in der Form von Buchgeld zwischen Kontokorrentkonten, auch Girokonten genannt, bei denen kein Bargeld bewegt wird. Das Konto des Auftraggebers wird mit dem Zahlungsbetrag belastet, der Empfänger erhält eine entsprechende Gutschrift auf seinem Konto. Die Kreditinstitute erbringen die Dienstleistung des Transfers und erhalten meist eine Gebührengutschrift, eventuell im Rahmen von Kontoführungspauschalen. Scannerkassen sind Kassen, die außer einer manuellen Eingabe über Tastatur auch ein Barcodelesegerät haben, mit dem die auf den Artikel angebrachten European Article Number (EAN)- oder Universal Product Code (UPC)-Codes beim Darüberziehen gelesen werden. Beim Einlesen wird die Artikelnummer aus dem Barcode (Strichcode) gelesen und an das dahinter geschaltete Kassensystem übertragen, das aus einer Datenbank Preis, Artikelbezeichnung usw. an der Kasse anzeigt und auf den Rechnungsbon aufdruckt. Das gilt nur im allgemeinen, es gibt spezielle EAN-Codes, z.B. im Pressebereich wo auch Preis- oder im Frischwarenbereich Gewichtsinformationen hinterlegt sind. Das besondere an Scannerkassen sind die speziellen Scanner. Um einen Barcode in allen Richtungen lesen zu können, werden omnidirektionale Scanner eingesetzt. In diesem Fall hat der Scanner mehrere Linien, die durch ein Spiegelrad im Inneren des Scanners zu einander geneigt werden. Dadurch kann das Scansignal von mindestens einer Linie ausgewertet werden. So muss das Produkt, das eingescannt werden soll nur mit dem Code in Richtung Scanner gelegt werden, die Richtung des Codes selbst ist aber dabei unerheblich. Bei Kassen, an denen auch größere Gegenstände, die nicht auf den Kassentisch gehoben werden können, abgelesen werden sollen, beispielsweise in Baumärkten, können zusätzlich oder auch nur Handscanner eingesetzt werden. Hinweis: Die Scanner lesen immer nur den Barcodeinhalt, der aus der EAN- oder UPC-Nummer besteht und auch im Klartext lesbar ist. Alle anderen Infos wie Bezeichnung, Preis, etc. kommen aus der dahinterliegenden Datenbank der einzelnen Kasse oder des ganzen Kassenystems. Daher können auch für einen Artikel in verschiedenen Geschäften unterschiedliche Bezeichnungen hinterlegt sein. (Es sind schon öfters Flugblätter aufgetaucht, die darauf hinweisen, dass Waren mit EAN-Nummern mit bestimmten Endziffern schädlich seien. Das ist schlichtwegs falsch und wird auch gerichtlich geahndet.) Entwicklungen deuten aber in Richtung eines RFID-Chips, wo viel mehr Informationen im Chip gespeichert werden können, und das Barcodeetikett abgelöst wird. Bei Supermarktfilialen können die erhobenen Daten wöchentlich und Online zu einem Markforschungunternehmen geschickt werden, z.B. "ACNielsen" (Data-Mining). Gerade große Filialen erweitern Ihren Bürobedarf gerne mit digitalen Kassensystemen da sie damit über eine gute Anbindung an bereits laufende Warenwirtschaftssysteme verfügen. Kassensyteme werden heutzutage in praktisch jedem großen Markt oder Verkaufsgeschäft eingesetzt. Sie erfüllen denselben Zweck wie automatische Kopiersysteme oder Postbearbeitung, alles läuft Hand in Hand ohne Medienbruch. In Pressefachgeschäften werden die gesammelten Daten Abends an den "Grossisten" (Lieferant) übertragen und damit eine Nachbestellung der verkauften Artikel ausgelöst. Dies nennt man VMP- Versand (verkaufstägliche Marktbeobachtung am Point of Sale). Bei Presseartikeln ist im EAN-Code der Preis hinterlegt und kann von modernen Scannerkassensystemen für diesen Fachbereich ohne weiteres verwendet werden, so das man immer seine Artikel scannen kann, ob sie in der Datenbank angelegt sind oder nicht. Ein Barcodeleser ist ein Datenerfassungsgerät, das verschiedene Barcodes lesen und weitergeben kann. Die Erkennung der Strichcodes erfolgt dabei rein optisch entweder mit Rot- oder Infrarotlicht. Jeder Barcodeleser besteht aus der eigentlichen Leseeinheit und der nachgeschalteten Dekodiereinheit. Während es bei den Lesestiften noch zwei getrennte Einheiten sind, ist bei anderen Gerätetypen die Dekodiereinheit in der Leseeinheit integriert. Der Lesestift wird von Hand unmittelbar über den Barcode bewegt. Ein Dekoder empfängt das Hell/Dunkel-Signal und entziffert so den Barcode. Es ist eine möglichst gleichmäßige Bewegung über den Barcode notwendig, um das Signal dekodieren zu können. Je nach Breite der einzelnen Strichcodebalken gibt es verschiedene Typen. Vorteile: billig in der Anschaffung Nachteile: Durch mehrfaches Überstreichen desselben Barcodes kann der Barcode mechanisch beschädigt werden. Vergleichsweise unkomfortabel und langsam. Speziell bei längeren Barcodes ist einige Übung notwendig, um den Code in voller Breite zu erfassen. Man braucht einen separaten Dekoder. Statt mit einem Lesestift über den Barcode zu streichen, steht der Leser still und eine Karte, die einen Barcode aufgedruckt hat, wird an der Leseeinheit vorbeigezogen. Dabei ist ebenfalls ein eigener Dekoder notwendig, der auch in der Leseeinheit eingebaut sein kann. Auch diese Leser sind billig. Der Nachteil ist der, dass man nur Barcodes lesen kann, die auf Karten mit speziellen Dimensionen aufgedruckt sind. Er wird oft für preisgünstige Zutrittskontrollen oder Zeiterfassungen verwendet. Um ihn fälschungssicherer zu gestalten, kann man spezielle Kunststofffolien, die Infrarot-durchlässig sind, über den Barcode legen, so dass er mit freiem Auge oder mit einem Kopierer nicht sichtbar ist, aber mit einem IR-Leser gelesen werden kann. Der Barcode wird mit LEDs beleuchtet. Der Barcode reflektiert je nach Helligkeit oder Dunkelheit auf eine CCD-Zeile. Ein Dekoder entziffert hier ebenfalls den Barcode. Der Abstand vom Barcode darf bereits einige Zentimeter betragen. Vorteile: Speziell bei mehreren Barcodes übereinander ist ein richtiges Zielen leichter möglich. Durch mehrmalige Dekodierung des Codes in einem Lesevorgang wird die Lesesicherheit erhöht Nachteile: Es ist zwar kein Berührungsleser, aber der mögliche Leseabstand ist relativ gering. Ein oder mehrere Laserstrahlen werden auf den Barcode gerichtet und über einen Schwingspiegel oder über ein Spiegelrad linienförmig über den Barcode geführt. Versetzte Spiegel können auf diese Art auch Rasterlinien erzeugen. Dies ist notwendig, wenn die zu lesenden Barcodes nicht immer die selbe Lage haben. (Omnidirektional) Wichtig ist dabei, dass der Laserstrahl jeweils über das Start- und Stoppzeichen des Barcodes reicht.
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